Ziersträucher richtig schneiden

Fachgerechter Sträucherschnitt im Hausgarten

Natürlicher Wuchs der Ziersträucher im Hausgarten beginnt bereits beim fachgerechten Pflanzschnitt, so lautete die wichtigste Aussage von Armin Müller, Kreisfachberater beim Landratsamt Landshut kürzlich bei seinem Vortrag „Ziergehölz-Schnitt aber richtig“ beim Bruckberger Gartenbauverein. Aus diesem Grund richtete er ein besonderes Augenmerk auch auf das richtige Pflanzen von Sträuchern. Das beginnt bereits damit, dass man sich Gedanken macht, was in welchem Abstand wohin gepflanzt wird. Ist das erst einmal geklärt und die Pflanzgrube ausgehoben, gilt die ganze Aufmerksamkeit dem Gehölz. Sind die Gehölze „wurzelnackt“, d. h. ohne Topfballen, sollten Wurzeln und Triebe ca. 1/3 eingekürzt werden um das Wurzelwachstum anzuregen. Eine Ausnahme davon sind Gehölze mit Topf oder Wurzelballen. Bei diesen brauchen die Wurzeln nicht eingekürzt werden, aber sie sollten in einem möglichst kompakten Ballen gekauft werden. Kam es in der Baumschule zu einem Drehwuchs der Wurzeln im Topf, empfiehlt es sich, die Wurzeln ca. 3 bis 4 Mal zu durchtrennen, damit sich an den Schnittstellen neue kräftige Wurzeln bilden können. Dass die frisch gepflanzten Sträucher gut feucht, aber nicht zu nass gehalten werden sollen, sollte selbstverständlich sein.

Sind die Gehölze dann gut angewachsen hat man erst einmal ein paar Jahre keine Arbeit damit, ehe dann der Pflegeschnitt beginnt. Oftmals stellt der Gartenbesitzer fest, dass die Sträucher viel höher werden, als er gedacht hat. Dann beginnt er, die langen Triebe einfach in der von ihm gewünschten Höhe zu kappen, was sich als kapitaler Fehler herausstellt. Die Pflanzen bilden an der Spitze „Besen“ aus, d.h. zahlreiche neue Triebe an der Strauchspitze. Eigentlich nicht das, was der Gartenbesitzer wollte. Aus diesem Grund, so Armin Müller, ist es absolut erforderlich den Schnitt an der Basis, also oberhalb des Wurzelstocks anzusetzen. Hier werden die alten Triebe herausgeschnitten, damit von unten wieder neue nachwachsen können. Wird das konsequent gemacht, fällt es kaum auf, dass die Gehölze geschnitten wurden und der Blütenreichtum wird nicht beeinträchtigt. Natürlich, so Armin Müller, gibt es wie überall Ausnahmen, oder Abweichungen, wie er an einzelnen Beispielen aufzeigte, aber generell gilt, richtig schneiden und auslichten bringt ein gesundes Wachstum und einen gewollten Blütenreichtum.

Auf Wunsch der Vorstandschaft ging der Referent abschließend noch auf das Thema „Buchsbaumzünsler“ ein. Nach seiner Ansicht sind das regelmäßige Spritzen des Buchses, das Absprühen mit dem Hochdruckreiniger oder das Kalken der Pflanzen vermutlich wenig effektiv. Das Kalken der Pflanzen sogar eher kontraproduktiv, da damit der PH-Wert des Boden stark verändert werden kann, was wiederum den Pflanzen schadet. Letztlich wird sich erst in Zukunft entscheiden, ob sich die Natur gegen den Schädling künftig zur Wehr setzen kann, oder ob tatsächlich sämtlicher Buchs aus den Gärten verschwindet.

Der Vorsitzende des Gartenbauvereins, Peter Allram bedankte sich beim Referenten für den hochinteressanten, humorvoll gestalteten Vortrag, der mehr Zuhörer verdient hätte. Allram verwies bei der Gelegenheit auch noch einmal auf die bevorstehende Gartlerfahrt am 18/19. Mai nach Kempten, Breitachklamm und Bad Wörishofen. Es wurden wieder ein paar Plätze frei, so dass sich jederzeit kurz Entschlossene unter 01607658148 anmelden können.