Vereinsausflug 2014

Bruckberger Gartler besuchen die nördliche Oberpfalz und Tschechien.

 

Wie alljährlich, waren die maximal zur Verfügung stehenden Plätze schnell vergeben. Viele der Teilnehmer sind alljährlich mit von der Partie und warten bereits im Dezember des Vorjahres wieder auf das nächste Reiseziel der Gartler. Der Blick auf die Wetterkarte verhieß für den Samstag nichts Gutes, als die Reisegruppe aufbrach. Dennoch war es dann doch trocken und auch die Temperaturen waren noch im erträglichen Bereich.

Bereits nach ca. 90 Minuten war die erste Station der Reise erreicht. Die Stadt Schwandorf hat in den letzten Jahren die seit ein paar Jahrhunderten bestehenden Felsenkeller wieder zugänglich gemacht. Ursprünglich geschaffen als Lagerkeller für die vielen Hausbrauereien der Stadt zur kühlen Lagerung des Bieres, wurden sie mit Spitzhacken in den weichen Sandsteinfelsen des „Weinberges“ geschlagen. Im Laufe vieler Jahrzehnte wurden sie immer mehr erweitert und später von den örtlichen Brauereien übernommen und bis in die Zeit vor dem zweiten Weltkrieg noch mehr ausgebaut erzählte die städtische Führerin. Traumatisiert durch die Ereignisse der letzten Kriegstage wurden die Keller nach Ende des Krieges mit dem Schutt der zerbomten Stadt zugeschüttet. Die Führerin wusste aus Erzählungen von Bewohnern, dass sich der während des Krieges amtierende, nicht gewählte Bürgermeister weigerte, die Keller als Luftschutzräume ausbauen zu lassen. Erst in den letzten Kriegsmonaten sah er die Notwendigkeit ein und ließ den Keller provisorisch für diesen Zweck herrichten. Nur wenige Tage vor Kriegsende wurde dann die Stadt noch von einem britisch/kanadischen Bomberverband angegriffen und zu 60 % zerstört. Ein paar tausend Leuten gelang es, rechtzeitig in den Kellern Zuflucht zu finden und dort unter unsäglichen Verhältnissen tagelang auszuharren. Mehrere tausend Bürger der Stadt kamen bei dem fürchterlichen Angriff ums Leben.

Nach der Mittagspause machte sich die Reisegruppe auf in nördlichere Regionen der Oberpfalz, nach Plößberg. Dort wurde man vom Seniorchef des Erden- und Kompostwerks Ziegler empfangen. Gregor Ziegler erzählte in äußerst humorvoller Art, wie er als Sohn eines Landwirts, der sich weigerte, Priester zu werden, mit Fleiß und viel unternehmerischem Risiko das Werk aufbaute, das heute riesige Dimensionen angenommen hat und mit zahlreichen Filialen im In- und Ausland einer der großen Arbeitgeber der Grenzlandregion geworden ist. In seinem Werk stellt er heute, neben Komposten und Rindenmulch-Produkten, auch spezielle Pflanzerden, Dünger und noch zahlreiche andere Produkte für den Garten- und Landschaftsbau her, die in zahlreichen Bau- und Gartenmärkten zu erwerben sind. Nicht unerwähnt ließ der Unternehmer, dass man auch in zahlreichen Massagepraxen und Kurkliniken in Deutschland und Tschechien auf einige seiner Produkte stößt. Nämlich alles was mit Fangopackungen und ähnlichem zu tun hat. Unterstützt wird der rührige Unternehmer dabei von seiner Familie, die ebenfalls fest in das Unternehmen eingebunden ist. Wie die Gartler feststellen konnten, ist Gregor Ziegler dabei immer noch ein bodenständiger Oberpfälzer geblieben, der auch seinen liebenswerten Oberpfälzer Dialekt nicht versteckt.

Nach einer Kaffeepause zwischen Kompost- und Pflanzerde-Säcken ging es weiter zur Endstation des ersten Tages, nach Bärnau. Die Kleinstadt liegt nur wenige Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Nach dem Besuch des dortigen Geschichtsparks, wurde das Quartier bezogen. Als besonderen Ausklang des Abends traf man sich in der „Rußkuchl“ des Hotel-Gasthofes zu einem abendlichen Rittermahl, das großen Anklang fand, aber auch für so mach „geschwätziges Weib“ in der sogenannten „Schandgeige“ ihr Ende fand.

Nach einem kräftigen Frühstück machte sich die Reisegruppe trotz Regen verhangenem Himmel ganz optimistisch auf ins benachbarte Marienbad in Tschechien. Je näher man sich dem Tagesziel, dem Kurort Marienbad näherte, um so mehr begann es zu regnen. Alles war durch den nun einsetzenden starken Regen in eher tristes Grau eingehüllt, so dass man die Schönheit des Parks und der Bäderarchitektur nur eingeschränkt genießen konnte und schließlich in eines der vielen Cafes und Restaurants flüchten musste. Dennoch war man sich einig, dass sich der Besuch in dem wunderschönen Kurort gelohnt hat und so mancher trägt sich mit dem Gedanken, den Ort noch mal bei schönerem Wetter aufzusuchen, um den Charme der Kurzone zu genießen und nicht das Wasser von oben, sondern aus den Heilquellen zu verkosten.