Mitgliederversammlung 2014

In der lokalen Presse wurde nachstehender Bericht zur Mitgliederversammlung 2014 veröffentlicht:

Beim Gartenbauverein Bruckberg endet das Vereinsjahr traditionell mit der alljährlichen Mitgliederversammlung, zu der der Verein  ins Gasthaus Strasser in Bruckberg eingeladen hatte. Der Vorsitzende des Vereins, Peter Allram konnte hierzu erfreulich viele Mitglieder begrüßen. Besonders begrüßen konnte er als Gast den Referenten des abschließenden Vortrags, Johannes Selmansberger.

Nach einem kurzen Gedenken der im vergangenen  Vereinsjahr verstorbenen Mitglieder berichtete der Vorsitzende über die Aktivitäten des Vereins. Neben der schon langjährigen traditionellen Mostprobe und dem Vereinsausflug, der in diesem Jahr die Teilnehmer in die Oberpfalz und ins tschechische Marienbad führte, konnte der Verein u. a. auch über gartenfachliche Vorträge, Pflanzaktionen in der Streuobstwiese in Englsdorf und einer wieder erfolgreich verlaufenen Saftpressaktion berichten. Zur Saftpressaktion berichtete anschließend Franz Kraus über die Anzahl der Arbeitstage, Menge des pasteurisierten Saftes und der sonstigen Ereignisse hierzu. Peter Allram und Franz Kraus bedankten sich bei allen Helfern für die aktive Unterstützung und der Bitte, auch in den kommenden Jahren wieder aktiv zum Erfolg  der Aktion beitragen zu wollen. Dass man sich unter den Mitglieder auch Gedanken macht, wie man die zum Pasteurisieren erforderliche Energie noch effizienter einsetzen kann, zeigte der Beitrag eines Vereinsmitglieds, der zu Demonstrationszwecken eigens ein Modell bastelte.

Der folgende Kassenbericht von Kassier Peter Hobmeier zeigte, dass der Verein effizient und erfolgreich mit den Mitgliedsbeiträgen haushaltet.  Die Einnahmen aus der Mostpressaktion machen es möglich, dringend erforderliche Ersatzanschaffungen von Geräten zu tätigen, sobald geklärt ist, wo der künftige Standort der Anlage sein wird.  Der Mitgliederstand bleibt trotz der verstorbenen langjährigen Mitgliedern und ein paar Austritten schon seit Jahren erfreulich konstant. Die Kassenführung  wurde von Elisabeth  Seewald geprüft und als vorbildlich bestätigt.

Nachdem seitens der Mitglieder keine Wünsche und Anträge mehr vorlagen,  erteile Peter Allram dem Referenten des Abends, Johannes Selmansberger das Wort. Johannes Selmansberger ist Vorsitzender des Bund Naturschutz, Ortsgruppe “Kleines Vilstal”.

Der Referent, Johannes Selmansberger, wartete eingangs mit beeindruckenden Zahlen auf: In Deutschland gibt es zur Zeit 20 Millionen Gärten, mit einer Fläche von 7000 Quadratkilometern übertreffen sie die Größe der Naturschutzgebiete. Sechs Milliarden Mark geben die Deutschen für Pflanzen, Gartenzubehör und davon allein 375 Millionen Mark für Pflanzenschutzmittel und Dünger aus. Zu den Grundsätzen eines naturnahen Gartens, so Selmansberger, gehörten aber der völlige Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel und der Verzicht auf Torf. Der Torfabbau zerstöre wertvollste Naturlandschaften nicht nur in Deutschland. Komposterde sei ein mehr als gleichwertiger Ersatz. Ein Komposthaufen sollte deshalb in keinem Garten fehlen. Brennessel, die sich oft unmittelbar am Komposthaufen ansiedeln, sollten geduldet werden, da viele Schmetterlingsarten auf diese Pflanzen angewiesen sind.

Der Referent zeigte mit seinen Lichtbildern, wie mit kostengünstigen und einfachen Mitteln naturnahe Gärten gestaltet werden können. Gerade der Kostenaspekt sollte, nachdem der Neubau eines Eigenheimes sehr viel Geld gekostet hat, nicht aus den Augen verloren werden. „Auf teure schmiedeeiserne Gitter, hohe Betonsockel, aufwendige Zäune und ähnlich aufwendigen Schnickschnack kann man getrost verzichten„, meinte Selmansberger und empfahl beispielsweise einen Harnichelzaun aus Fichtenschwachholz, der wenig koste und ungestrichen 30 Jahre halte.

Nicht vergessen werden sollten Kletterpflanzen. Mit ihnen, so der Naturschützer, könne man manche Bausünden zudecken. Auch sie kosteten wenig, brächten Farbe und Leben an die Wände und Vogelarten wie Grauschnäpper, Grünling oder Mönchsgrasmücke bauten darin ihre Nester. Eine absolute Sonderstellung unter den Kletterpflanzen nehme der Efeu ein. Er sei das ganze Jahr über grün und seine Beeren reiften im Frühjahr. Bei späten Wintereinbrüchen im Frühjahr seien diese Beeren den frühzeitig zurückgekehrten Zugvögeln eine wichtige Nahrungsquelle.

Jeder der baut, baut die Welt des anderen mit, deshalb sei eine gute Architektur die mit Bäumen und Sträuchern harmonisch in die Umgebung eingebunden wird, zwingend notwendig, betonte der Referent. Mit Obstbäumen könne man nichts falsch machen, stellte er fest. Soweit der Platz vorhanden ist, sollten hochstämmige Obstbäume verwendet werden. Diese altbewährten Sorten leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Durchgrünung der Dörfer und böten als ältere Bäume Nistplätze für höhlenbrütende Tiere wie Fledermäuse, Bilche und Vögel. Wenn Gärten zur biologischen Produktion von Obst und Gemüse genutzt werden, dann sei das zugleich auch ein nicht zu unterschätzender Beitrag zum Umweltschutz. Viele, in unseren Geschäften angebotenen Lebensmittel seien durch die langen Transportwege mit einer massiven Umweltbelastung behaftet. Ein Kilogramm Erdbeeren, die aus Israel mit dem Flugzeug antransportiert wurden, belasten unsere Atmosphäre mit 3,2 kg Kohlendioxid, 1,3 kg Wasser und 22,2g Stickoxyde dabei wird ein Kilogramm Kerosin verbrannt.

Bei den Sträuchern sollten überwiegend heimische Arten gepflanzt werden. Anhand von einigen Beispielen zeigte Selmansberger die enge Lebensgemeinschaft der Tierwelt mit den Sträuchern auf. Wird unter den Sträuchern ein Totholzhaufen angelegt, so könne man sicher sein, dass dort Erdkröte und Igel Einzug halten. Mit den richtigen Pflanzen und der richtigen Gestaltung ließen sich viele Tierarten anlocken. Nicht hinnehmbar jedoch sei die Plünderung der Landschaft zur naturnahen Gartengestaltung„. Oft würden seltene Pflanzen ausgegraben, die dann nach einigen Jahren im Garten kümmerlich eingehen.

Ratschläge zur Pflege und Neuanlage einer Blumenwiese ergänzten die Ausführungen. Auch wenn unsere Gärten aufgrund der hohen Grundstückspreise nicht mehr sehr groß sind, so sollte auf keinen Fall auf eine Blumenwiese verzichtet werden, auch wenn es nur einige Quadratmeter sind, gab Selmansberger zu bedenken und forderte die Zuhörer auf, im Garten mit der Natur zu leben und nicht gegen sie, „denn die Natur hat die längere Erfahrung. ““ Naturnahe Gärten seien keine vergängliche Modeerscheinung, sie seien Lebensphilosophie., stellte der Redner zum Schluss fest.

Peter Allram bedankte sich zum Schluss  beim Referenten und bestätigte die Einschätzung aller Zuhörer, dass der Vortrag brilliant und in keiner Phase langweilig war. “