biologisch gärtnern

Donnerstag, 14.März 2019, 19.30 Uhr Gasthaus Strasser in Bruckberg

 konnte der Vorsitzende des Gartenbauvereins Bruckberg, Peter Allram als Referenten Leopold Haschka aus Innernzell begrüßen. Trotz Sturm und Dauerregen hatten doch erfreulich viele Zuhörer den Weg ins Gasthaus Strasser gefunden um die Ausführungen des Referenten.
zum Thema „Jauchen, Brühen, Tees und Pflanzenextrakte – Trinkkuren für den Garten“ zu hören.

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„Gärten sind persönliche Paradiese, Rückzugsgebiete Orte für Ausgleich und Erholung, aber auch Schatzkammern regionaler Sortenvielfalt“, begann der geprüfte Gartenpfleger. Um diese zu hegen und zu pflegen, brauche es kein Blaukorn oder getrockneten Hühnermist aus China, sondern natürliche Düngemittel und Pflanzenschutzmittel wie Jauchen, Brühen, Tees und Fermentiertes kann der Hobbygärtner selbst herstellen.
„Pflanzensaft gibt Pflanzenkraft“ zitierte Haschka den wohl bekanntesten österreichischen Biogärtner Karl Ploberger. So sei die Brennnessel der „Allrounder“ im Garten. Brennnesseljauche etwa sei nicht nur ein „Superdünger“, sondern mache auch mit Läusen kurzen Prozess und an Jauchen aus Ackerschachtelhalm beißen sich „Pilze und Schadinsekten wegen der Zellen kräftigenden Kieselsäure die Zähne aus.“

Aber auch Löwenzahn und Beinwell eignen sich bestens zum Verjauchen. Jauche ansetzen ist recht einfach. Die Pflanzenteile werden in ein großes Gefäß eingebracht und mit Regenwasser übergossen, dass sie bedeckt sind. Ab und zu mit einem Stock umrühren und sobald sie nicht mehr schäumt, ist die Jauche fertig.

Sie kann aber nur verdünnt ausgebracht werden, da sie sonst die Pflanzen verätzen würde. Im Verhältnis 1:10 mit (möglichst) Regenwasser verdünnt sei sie dann ein optimales Dünge- und Pflanzenstärkungsmittel und vertreibe nebenbei so manchen Schädling.

Haschka führte anschließend einige Anwendungsmöglichkeiten auf. Farnkraut helfe gegen Schild- und Schmierläuse, Wermut gegen Blattläuse und Säulenrost, Kamille erhöhe als „Saatbeize“ die Keimkraft. „Und wenn es nach Holunder stinkt, ziehen die Wühlmäuse um.“

Walnussblätter in den Gang gesteckt hingegen vertreiben Maulwürfe, wobei zwei bis drei zusätzliche Fischköpfe die Wirkung noch verstärkten. Ein Wundermittel im Garten sei Natron. Ein Wasser-Natron-Gemisch könne gegen Blattläuse ebenso wirksam eingesetzt werden wie auch gegen Mehltau oder Ameisenstraßen. Am sichersten beseitige man Blattläuse mit einem Gemisch aus Rapsöl, Wasser und einigen Tropfen Spülmittel.

Fast alle Kräuter, die für die Jauchenherstellung verwendet werden, können auch für eine Tee- oder Brühezubereitung genommen werden.

Bei der Fermentierung handelt es sich um einen Gärprozess, vergleichbar einer Silage beim Bauern, nur in viel kleinerem Maßstab. Zum Fermentieren sind nahezu alle Gartenabfälle, wie Rasenschnitt und Grüngut, rohe und gekochte Obst- und Gemüsereste, Laub und/oder Häckselmaterial geeignet. „Pressen“ ist besonders wichtig, denn je weniger Sauerstoff an das zu fermentierende Material gelangt, umso besser.

Die Fermentation der Pflanzen dauert etwa vier Wochen, das Material kann anschließend zum Mulchen oder auch im Hochbeet, aber auch als Wurzelkur für Obstbäume, verwendet werden.