Bericht zum Bienenvortrag

Eine Weide für die Drohne

Viele Interessierte folgten kürzlich der Einladung des Bienenzuchtvereins Bruckberg, um wissenswertes über Bienen und Bienenweidepflanzen zu erfahren. Als Referent konnte Vorsitzender Vinzenz Mirlach, den Fachwart und Vorstand des Wasserburger Bienenzuchtvereins, Claus Steger gewinnen. Dieser erklärte zunächst, dass es in Deutschland derzeit rund 1 Million Bienenvölker gibt, die 25.000 Tonnen Honig produzieren. Hierbei sei durchaus eine Steigerung möglich, da in Deutschland pro Jahr 90.000 Tonnen Honig verzehrt werden. Die 36 Mitglieder des Bruckberger Bienenzuchtvereins haben derzeit 150 Bienenvölker. Dabei ist der Bienenzuchtverein besonders stolz auf seine 17 Neu-Imker, die er durch das Projekt „Imkern auf Probe“ gewonnen hat.

Steger erläuterte seinen Zuhörern, dass es pro Bienenvolk nur eine Königin geben kann, dafür aber 5.000 – 40.000 Arbeiterbienen. Drohnen, die männlichen Bienen, gibt es bis zu 1.000 je nach Jahreszeit. Diese sterben nach dem Begattungsflug mit der Königin. Sie werden nicht mehr benötigt. Auch erklärte Steger wie aus der dem Ei der Königin in 21 Tagen eine Biene wird.

Die Arbeiterbienen fliegen bis zu 3 km um Pollen und Nektar am nächstgelegenen Futterplatz zu sammeln. Durch ihre 5 Augen können sie die Entfernung des Futterplatzes den anderen Bienen über Angabe des Sonnenstandes mitteilen. Die Bestäubung der Blüten durch die Bienen ist hierbei gerade für die Sicherung und Steigerung des Ertrages bei der Landwirtschaft und bei Kulturpflanzen wie Obst wichtig. So ist der Ertrag eines Apfelbaumes um 25 – 30 % höher, wenn die Blüten durch Bienen bestäubt wurden.

Auch für Allergiker hatte Claus Steger einen Tipp dabei. Pollen-Allergiker sollen regelmäßig den Blütenhonig des Imkers aus der Nachbarschaft essen. So muss sich der Körper das ganze Jahr über mit den Pollen auseinander setzen und die Allergie wird deutlich schwächer.

Die Bienen produzieren aber nicht nur Honig und Wachs. Sie tragen auch erheblich zum Erhalt der Artenvielfalt durch die Bestäubung der Wildpflanzen bei.

Anhand der Jahreszeiten erklärte Steger, welche Weidepflanzen für Bienen empfohlen werden. So kann jeder einzelne die Imker vor Ort unterstützen, wenn er das Jahr über einen blühenden Garten hat. Von den Schneeglöckchen und Krokussen im Frühjahr, über die Obstblüte bis hin zu den Sonnen- Korn- und Mohnblumen im Herbst sind die Bienen in den Gärten unterwegs. Abschließend erklärte Steger, dass ein Bauerngarten die Idealvorstellung für Bienen ist. Aber auch an Friedhöfen können Bienen große Erträge an Nektar für Honig sammeln, da dort immer blühende Pflanzen vorhanden sind.

Der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Bruckberg, Vinzenz Mirlach, legte den Zuhörern nahe, die ortsansässigen Imker zu unterstützen. Es ist wichtig, dass sich immer wieder Menschen finden, die das Imkern als Hobby für sich entdecken, denn nur so kann ein Aussterben der Honig-Biene verhindert werden.

(Katrin Mirlach)